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Für ihre Entwicklung braucht die Seele unsere Bewusstheit: Geist.
Für die Bewusstheit braucht der Geist den materiellen Körper.
Die Seele vermittelt zwischen Geist und Materie.

Die Welt der Seele nehmen wir mit unserem Bewusstsein (denken) über Gefühle wahr.
Gefühle sind mächtig. Sie verleihen unseren Handlungen Kraft, ob sie unbewusst bleiben oder nicht. Wir sind mächtig, wenn wir uns unsere Gefühle bewusst machen, und die Kraft bewusst lenken.

Es geht um wahr nehmen, erkennen und annehmen was ist, wertfrei. Das sind drei Schritte, sie führen zur Wahrheit, und die macht frei - für die Liebe.

In der Wahrnehmungsarbeit kann durch Erkenntnis bewusster Kontakt zu Leben tragenden Kräften entstehen – und damit ändert sich der Kontakt nach außen, er wird Neu.
Bewusst wahrnehmen ist eine konzentrierte Aufmerksamkeit, deren Übung in unserem technischen Zeitalter not-wendig für menschlichen Umgang ist.

Selbstbeobachtung ist eine Kunst. Je klarer ich meine eigenen Motive und Antriebe zur handeln erkenne, desto freier bin ich für eigene Entscheidungen, und im Kontakt mit anderen Menschen – und vor allem sehe ich die Menschen deutlicher, weil ich meine Brille geputzt habe.

Wie?

Auf einfache, behutsame und effiziente Weise finden wir bewussten Zugang zu den eigenen Gefühlen: immer wach im Kontakt mit ihnen werden letztlich die eigenen Impulse freigelegt. Dabei spielen das wache, beobachtende Ich  als Referenz zur Bewusstheit in der Gefühlswelt, und ein wertfreier Raum [3]eine Schlüsselrolle. Der Verstand wird zum Diener des Herzens, die Vernunft kann vermittelnd wirken. Die Arbeit führt mit der Zeit zu einer immer präsenteren, wirklichkeitsnäheren Wahrnehmung, denn die ständig wirksame Beziehung zwischen Innen- und Außenwelt darf mehr und mehr ins Licht der Bewusstheit treten: Je mehr Übung, desto eher nimmt man die Gefühle im Augenblick der Gegenwart, und damit die Welt vielschichtiger wahr. In diesem Vorgang erwacht ein intimer Kontakt zur Wahrheit, die über das Persönliche hinausgeht.

Insgesamt führt die Arbeit zu wachsender Selbstverantwortung, der Kontakt mit anderen wird bewusster, echter und respektvoller.

Bewusst wahr-nehmen ist eine selbst bestimmte Tat.

[3]Es gibt eine wertfreie Instanz in jedem von uns, die über Vertrauen bestimmt. Der Stellenwert  unserer Gefühle für unsere Handlungen, unseren Ton und vieles mehr ist  noch kaum bewusst, jedoch entscheidend für unsere Entscheidungen, Taten  und Handlungen. Bewusst-machen führt zu Wahrhaftigkeit, löst Konflikte und bringt das nötige innere Wachstum durch Erkennen (Denken) und Annehmen dessen, was ist (Demut). Dabei ist eine untrügliche, wertfreie Instanz der Kompass, und den hat jeder Mensch. Es geht um Kontaktaufnahme mit dieser unerschütterlichen Instanz.

Was es ist

 Es ist Unsinn

Sagt die Vernunft

Es ist was es ist

Sagt die Liebe

 

Es ist Unglück

Sagt die Berechnung

Es ist nichts als Schmerz

Sagt die Angst

Es ist aussichtslos

Sagt die Einsicht

Es ist was es ist

Sagt die Liebe

 

Es ist lächerlich

Sagt der Stolz

Es ist leichtsinnig

Sagt die Vorsicht

Es ist unmöglich

Sagt die Erfahrung

Es ist was es ist

Sagt die Liebe

 

Erich Fried

 

Das Dauernde in der Seele ist in dem Augenblicke in die Beobachtung gestellt, in dem man gewahr wird, dass Erlebnisse da sind, die nicht durch ihr Vergängliches begrenzt sind ... Es handelt sich darum, dass diese Erlebnisse... etwas enthalten, was zwar in der Seele lebt, aber doch in seiner Wahrheit unabhängig von dem vergänglichen Vorgange der Wahrnehmung ist. Rudolf Steiner, Theosophie (GA9)